Geschichte der Kirchgemeinde Hochkirch

1222

Genaue Angaben zur Entstehung der Kirchgemeinde Hochkirch gibt es nicht. Nachdem die Oberlausitz christianisiert wurde, wurden mit den Lausitzer Urpfarreien Bautzen, Göda und Kittlitz die ersten Kirchgemeinden geschaffen. Doch nur wenige Jahre später begann man weitere Gemeinden zu schaffen. So wurde auch im Bereich der alten sorbischen Siedlung Bukewiz eine Kirche gegründet. Da es um das einflussreiche Recht der Pfarrstellenbesetzung zu Streitigkeiten kam, verfügte Bischof Bruno von Meißen 1222, dass dieses Recht dem Domkapitel in Bautzen zustünde. Bis 1918 wurde die Collatur aufrecht erhalten. 

[Codex Diplomaticus Lusatiae Superioris, Görlitz 1856, S.: 29]



Einladung an Domkapitel Budissin

So war es auch nach der Reformation notwendig, sich die Zustimmung zu einem neuen Hochkircher Pfarrer vom röm.-kath. Domkapitel in Bautzen einzuholen.

[Einladung an die Collatoren des Domstiftes zu Budißin zur Probepredigt des Hochkircher Pfarrkandidaten Johann Wauer 1708]

Insgesamt konnten sich im Gebiet der Kirchgemeinde 13 Rittergüter herausbilden. Für sieben dieser wurden nach dem Neubau der Kirche 1720 Logen an das Kirchenschiff angebaut.
Die im Laufe der Geschichte immer durch die Landwirtschaft bestimmte Kirchgemeinde, war aber auch von ihrer Lage an der Handelsverbindung von Bautzen nach Löbau und Zittau geprägt.
Über die Geistlichen in Hochkirch vor der Reformation ist nichts bekannt. Eine Aufstellung ab 1540 ist hier einzusehen. Viele dieser Pfarrer haben sich große Verdienste nicht nur in der Betreuung ihrer Kirchgemeinde gemacht, sondern auch für die Kultur- und Geistesgeschichte des sorbischen Volkes. So seien hier genannt z.B. Gregor Martini als Herausgeber des zweitältesten obersorbischen Buches 1627, Johann Wauer als sorbischer Lieddichter, Gesangbuchherausgeber und Mitübersetzer und -herausgeber der Bibel in die sorbische Sprache 1728, Johann Friedrich Lange als Mitübersetzer und -herausgeber von Luther Hauspostille, Michael Möhn als sorbischer Chroalübersetzer, Streiter für die Nutzung sorbische Sprache in Schule und Gemeinde sowie Verantwortlicher der sorbischen Gottesdienste in Dresden, Gustav Mürbe als Streiter für die sorbische Sprache und erster Sorbischer Superintendent.
Bibija 1728

[Erste obersorbische Bibelausgabe 1728]

Domjaza postilla

[Luthers Hauspostille in obersorbischer Sprache]

Die nach Hochkirch gepfarrten Orte wechselten im Laufe der Geschichte. In der 1767 in Görlitz durch den Friedersdorfer Pfarrer Christian Knauth herausgegebenen „Oberlausitzer Sorberwenden umständliche Kirchengeschichte“ werden die zur Kirchgemeinde Hochkirch gepfarrten Dörfer wie folgt angegeben:

Dörfer
Geschichte Janke

1866 wurde z.B. auch der Ort Weißig von Bautzen St. Michael nach Hochkirch gepfarrt, nachdem die Bewohner sich schon längere Zeit nach Hochkirch hielten. Dagegen wurde die Ortschaft Pielitz nach Großpostwitz, die Dörfer Rabitz und Soculahora nach Bautzen St. Michael gepfarrt. Zuletzt wurde Lauske 1968 nach Kotitz gepfarrt.
1820 verfasst wahrscheinlich der damalige Pfarrer Carl Gottlieb Janke eine Betrachtung zur Geschichte der Hochkircher Kirchgemeinde. Diese Beschreibung diente dann wohl auch als Grundlage des Artikels über Hochkirch in der „Sächsischen Kirchengalerie“ (1840), den dann Pfarrer Michael Möhn verfasste.

[Handschriftlicher Bericht Pfr. C.G. Jankes über Hochkirch, Quelle: Kirchgemeindearchiv Hochkirch]

In jenen Jahren erschienen mehrere Betrachtungen zur Geschichte der einzelnen Kirchgemeinden. So berichtete Anfang des 19. Jahrhunderts der Görlitzer Pfarrer und Superintendent Johann Christian Janke in seiner „Presbyterologia Lusatiae Superioris“ auch über die Hochkircher Gemeinde.

[J.C. Jancke: Presbyterologia Lusatiae Superioris, Band 8: Wendische Kirchdörfer B-K, S.: 126]

Presbyterologia
In der „Neuen Sächsischen Kirchengalerie“ (1908) verfasste Pfarrer Karl August Kubitz den Artikel über Hochkirch.