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Ev.-Luth. Kirche zu Hochkirch

Kirche

Beschreibung des Kirchgebäudes durch Karl August Kubitz (Pfarrer in Hochkirch 1881-1910)
Anno 1903 

Altarbild

Das von Prof. Wichmann geschaffene Altarbild ziert unser Kirche seit Mitte des 19. Jahrhunderts.

Stammbaum derer von Gersdorff

An der Loge des Rittergutes Lehn ist ein Stammbaum der Familie von Gersdorff zu sehen. Er zeugt von der Präsenz der in der Lausitz verbreiteten Familie auch in unserer Gemeinde.

Turmuhr

Der Überlieferung nach gab die alte Turmuhr am 14. Oktober 1758 mit dem 5-Uhr-Schlag das Signal zum Beginn der tragischen Schlacht zwischen Preußen und Österreich.

Epitaphe

In unserer Kirche sind einige Epitaphe erhalten geblieben, die Zeugnis von der Geschichte unserer Region geben.

Gedenkorte in der Kirche

Beschreibung des Kirchgebäudes  durch Karl August Kubitz (Pfarrer in Hochkirch 1881-1910) 
Anno 1903
Hochkirch hat sicherlich schon seit Einführung des Christenthums im Wendenlande ein Gotteshaus besessen. Wann das erste erbaut worden ist, darüber giebts keine Nachrichten. Die älteste Erwähnung datiert vom 25. Febr. 1222. Es wurde vom Bischof Bruno von Meißen angeordnet, dass Hochkirch unter die Collatur des Domcapitels in Budißin gehören sollte. Unter dieser Collatur ist es auch geblieben bis heute. Über das jetzige Gotteshaus befindet sich im Archiv folgende urkundliche Nachricht: "Überhaupt aber ist bey hiesiger Kirche zu bewundern die Vorsorge Gottes, und die Gutthägigkeit der Kirch=Gemeinde. Denn da Anno 1717 der Grund, da das dürr und sehr teuer Jahr war, da der Scheffel Korn 6 thl. galt, continuiret wurde bis Anno 1720, da sie unter das Dach kam, hatte sie nicht mehr, als 700 thl. im Vermögen, und nun kostet sie schon allen und jeden auff 7000 thl. zu bauen; Und gleichwohl sind zum Thurmbau noch 1600 thl. vorhanden gewesen. So hatt der Herr durch gutte Hertzen besonders bey der Wendischen Gemeinde geholffen!" Der Thurm ist nämlich 30 Jahre später im Jahre 1750 im Zeitraum von nur 6 Monaten erbaut worden. Bei dem Überfall ist das Gotteshaus wunderbarer Weise trotz aller "Anstrengung der Feinde, selbiges gleich der Pfarre ein Raub der überall wütenden Flamme werden zu lassen" durch Gottes gnädigen Schutz erhalten worden. Nach dem Überfall kam der Thurm noch einmal in Gefahr, durch Blitz in Brand zu gerathen; allein auch hier half Gott.
Eine bedeutende, mit viel Kosten verbundene Reparatur machte sich im Jahre 1802 nothwendig, zu welcher "der gnädige Herr Collator sowie die sämtlichen Herrschaften zu freien Geldbeiträgen sich entschlossen, und jedem Mitgliede der Kirchfarth eine verhältnißmäßige Geldabgabe auferlegt wurde, welche aber nachher aber in freiwillige Beiträge verwandelt und umgeändert wurde. Auch wurde beschlossen, um eine Land-Collecte anzusuchen, welche auch von den Herren Landständen bewilligt worden ist."
Eine weitere Reparatur des Thurms machte sich im Jahre 1838 notwendig und hat 280 Thaler gekostet. Außerdem ward für 116 Thaler neues Blech zur Bedachung angeschafft, der Knopf nebst Fahne und Stern vergoldet und der Thurm mit einem Blitzableiter versehen. Es wurde mit Lob und Dank gegen Gott besonders hervorgehoben, dass das Theure Gotteshaus damals "noch fast die Gestalt getragen habe, welche ihm vor 100 Jahren gegeben worden war".
Auch den grauenvollen Vandalismus der Franzosen, von welchem schon aus dem Jahre 1813 berichtet worden, hat das Gotteshaus überstanden, ohne größeren Schaden zu erleiden.
Im Jahre 1856 wurde das Innere der Kirche einer größeren Reparatur unterworfen: Die alten Emporen, an deren Brüstungen sich die Geschichten des alten und neuen Testaments bunt gemalt befanden, wurden durch neue ersetzt, ebenso auch neues Gestühl beschafft und der ganze Raum einfach weiß angestrichen. Die Kosten betrugen 4529 Thaler 16 Gr. 8 Pf., zu welchen die Gemeinde eine Unterstützung von 200 Thaler erhielt. Damals wurde der Kirchengemeinde von der Königlichen Regierung ein kostbares, scher schönes Altarbild, die Auferstehung Christi darstellend und von Professor Wichmann gemalt, geschenkt. Hierbei musst auch der 1738 erbaute Altar abgetragen und an seiner Stelle ein sehr schöner neuer nach Vorschrift des Künstlers hergestellt werden. Die Kosten im Betrage von 355 Thaler 7 Gr. 8 Pf. sind durch freiwillige Beiträge aufgebracht worden. Das Innere der Kirche bot nach dieser Renovation wohl einen hellen freundlichen Anblick dar, war aber mit seinen kahlen Wänden und ungefärbten Bänken sehr kahl & nüchtern. Erst im vergangenen Jahre hat sich der Kirchenvorstand entschlossen, dasselbe würdig & geschmackvoll, wenn auch einfach neu ausmalen zu lassen. Die Ausführung ist sehr schön gelungen, so dass es einen wohltuenden und würdigen Eindruck macht.
Hervorragende Kunstwerke befinden sich drinnen außer dem sehr schönen Altarbilde nicht. Dafür hat es zwei interessante Geschichtsdenkmäler, um deren willen die Kirche viel von Fremden aufgesucht wird, aufzuweisen: Zunächst die von Östreichern beim Überfall zerschossene südliche Kirchenthür, die noch sehr wohl erhalten ist, und dann hinter dem Altar ein schönes, dem tapfern Feldmarschall, dem Freunde Friedrichs d. Gr., der am 14. October in Hochkirch gefallen ist, errichtete Epitaphium von Mamor, welches nachstehende vom Philologen Ernesti verfasste Inschrift hat
Jacobo Keith
guilielmi com. Maresc. Hered. Regni scotiae
et marieae drumondi filio
friederici borussorum regis
summo exercitus praefecto viro
antiquis moribus et militari virtute claro
dum in praelio non procul hinc
inclinatam suorum aciem
mente manu voce et exemplo restituebat
pugnans ut heroas decet occubuit
D. XIV. Octobris
A. mdcclviii

Ein schönes Gedächtnis seiner Liebe zum Hochkircher Gotteshaus hat sich Herr von Kindt, sr. Z. Rittergutsherr auf Kuppritz, mit Hochkirch, gestiftet, indem er der Kirchgemeinde bei seinem goldenen Ehe-Jubiläum einen werthvollen Taufstein von polirtem Syenit, dazu zwei silberne Altarkannen, ein kostbares Kruzifix und sechs gußeiserne, vergoldete Altarleuchter schenkte.

Der frühere, uralte, grob & massig aus grobkörnigem Granit gehauene Taufstein befindet sich jetzt als Vase auf dem Kirchhofe. (seit Ende des 20 Jh. befindet er sich wieder in der Kirche - schräg hinter dem Altar)

Durch freiwillige Sammlungen wurden zum Reformations-Jubiläum 1817 neue kostbare silberne und vergoldete heilige Gefäße angeschafft, welche im Laufe der Jahre durch werthvolle Stücke vermehrt wurden. Die Paramente sind in allen liturgischen Farben, theils in kostbaren Stickereien, der Kirche zum Geschenk dargebracht, dazu ein großer stilgerechter Altarteppich und eine neue, starkversilberte Taufschüssel. Die herrlichste aber unter den vielen Gaben ist die im Jahre 1890 von Meister Eule in Bautzen mit 32 klingenden Registern erbaute Orgel. Der schon erwähnte Rittergutsbesitzer Traugott Leberecht Wehle auf Niethen hatte in seinem Testamente 3000 M. zur Anschaffung einer neuen Orgel legirt. Dieser Fond wuchs durch weitere Zuwendungen auf 5000 M. an. Die Rittergutsherrschaften spendeten 1200 M., das Hochwürdige Landesconsistorium 600 M. und die übrigen Kosten, die sich mit Umbau der Orgel-Empore auf circa 1700 M. beliefen, wurden gern und willig zum größten Theil in freiwilligen Gaben aufgebracht. Nicht unerwähnt darf gelassen werden, dass bei der Renovation im Jahre 1857 die Jugend drei sehr große Kronleuchter der Kirche schenkte, welche, obwohl nach damaligem Geschmack von Glas hergestellt, doch dem Gotteshaus zur schönen Zierde gereichen.
Die Kirche ist im Rundbogen-Stil einfach als Predigt-Kirche, ohne besonderen Altarraum erbaut. Sie umfasst außer den herrschaftlichen Logen 1800 Sitzplätze. Ihre innere Länge ist 33 m, die Breite 14 m & die Höhe 13 m. Die Kanzel befindet sich in der Mitte an der Südseite am Ende der unteren Empore. Die Akustik ist gut. Das Innere bietet wohl einen einfachen, aber doch würdigen, lichten & freundlichen Anblick. Sie Sakristei befindet sich hinter dem Altar im Thurme, der nicht West - sondern am Ostgiebel angebaut ist.
Auch von außen präsentirt sich das Gotteshaus mit seinem schlanken, in schönen Formen ausgeführten Thurme als eins der schönsten & größten in der Lausitz. Durch die an der Süd- und Nordseite angebauten sieben herrschaftlichen Logen wird die Schönheit des Baues in störender Weise beeinträchtigt. Eine Merkwürdigkeit sind die in die Außenmauer hier und da eingelassenen Kanonenkugeln. Der schönste Schmuck des schönen Gotteshauses aber bleibt die dichtgeschaarte Kirchgemeinde, die ihr liebes Heiligthum sonntäglich gemäß dem innen angebrachten Spruch füllt: Ein Tag in Deinen Vorhöfen ist schöner denn sonst tausend!
Die Kirche wird von dem alten durch die Schlacht berühmt gewordenen Kirchhof, der seit diesem Jahre wieder benutzt wird, umgeben. Im Jahre 1825 ist zwar nord-westlich von der Pfarre ein andrer Gottesacker angekauft worden, der aber seit 1870 nicht wieder belegt worden ist. An seiner statt wurde östlich vom Dorf ein neuer Begräbnisplatz angelegt, und auf diesem wurde im Jahre 1883 eine neune, schöne Parentationshalle für 4000 M. erbaut. Zum Begießen der Gräber hat auf diesem Friedhof die Besitzerin von Rittergut Sornßig, Fräulein Leontine Schenk, der Kirchgemeinde einen Brunnen anlegen lassen. Der vielen Erbbegräbnis-Stätten wegen hat sich auch dieser Ruheplatz für die große Parochie nicht als ausreichend erwiesen. Darum wird mit Genehmigung der Aufsichts-Behörde auch der alte historische Kirchhof wieder benutzt.













Unter der Lehnschen Loge neben der Kanzel ist eine Wappentafel derer von Gersdorff im 16. und 17. Jahrhundert zu sehen. Der Leitspruch der Familie ist in diesen Baum eingefügt: In utrumque paratus artem et martem

Wappen von links nach rechts
oben:


von  Bolmeritz
von Arnim
Burggrafen zu Dohna
von Rödern


von Heynitz
von Salhausen
von Rechenberg
von Rechenberg

unten:

von  Maxen
von Gerdsorff
von Minckwitz
von Gerdsorff


von Gerdsorff
von Gerdsorff 
von Arnim 
von Draschwitz









Mobirise

Für den 1750 erbauten Kirchturm baute der in Niethen ansässige sorbische Uhrmacher Andreas Miet / Handrij Mět 1751 eine Turmuhr, die der Legende nach am 14. Oktober 1758 mit dem Stundenschlag 5 Uhr das Signal zum Angriff der österreichischen Truppen auf die in Hochkirch lagernden Preußen gab. Noch etwa weitere 150 Jahre gab sie den Hochkirchern die Zeit kund. Heute steht das Uhrwerk im südlichen Eingangsbereich der Kirche und kann dort besichtigt werden.

Als aber der Verschleiß des alten Uhrwerkes die Zuverlässigkeit beeinträchtigte, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ein neues Uhrwerk in Auftrag gegeben. Bis 2011 wurde es jeden Tag aufgezogen und verlor nichts von seiner Ganggenauigkeit. 2011 wurde das Werk gereinigt, einige Zahnräder erneuert und ein automatischer elektrischer Uhrenaufzug installiert. Von Hand ist die Uhr aber auch noch aufzuziehen.

Gottlob Ehrenreich von Gersdorff

Denkmal des Gottlob Ehrenreich von Gersdorff befindet sich in der Lehnschen Loge auf der Südseite der Kirche. Die Inschrift lautet: 

"Mein Leßer Du findest auf diesen Epitavium das Portrait des Weil: Hoch Wohl gebohrenen Ritter u. ...rn Gottlob Ehrenreich von G(ersdor)ff u: Lautitz Erb-Lehn-Grund- u: Gerichts derrer Giether Kotitz, Lehn, Jauernick u: Wohlau. Kögl. May: in Pohl: u: Chur-Fürstl. Durchl. zu Sachßen Wohlverdienter Lieutenant zu Fuß, welcher gebohren worden im Adlichen Hauße Lehn d: 19. Maij 1673 kam in zarter jugend nach dreßden u: wurde bey Sr: Churf. Durchl. zu Sachße Johann George der III Christwürdigsten Andenckens als Page, folgte denselbigen schon in feldzügen in sonderheit bey der Blutigen belagerung und Eroberung der Residentz Stadt Mäinitz, ging auf hohe Recomend: in Röm Kays. May Kriegsdienste und dar wiederum in Sechß. Sold unterschiedlige Camp: an Rein Strom Schwartzwald u: Ungarn muste solches wegen ableben deßen Bruders qiitieren, da er die Gitter u. Schwere wirthschafft übernahm stund selbigen bestmöglich vor, übergab solche wegen unpäßlichkeit seinen Vetter führte sein stilles leben biß Ao: ..."

Johann Wauer

Im nördlichen Eingangsbereich der Kirche befindet sich seit 2003 das Epitaph für Johann Wauer, zuvor befand es sich an der westlichen Kirchhofmauer. Die Inschrift lautet:

"Hier ruhet in seinem Gott der Weyl. Wohl Ehrwürdige Großachtbahre u. Wohlgelahrte Herr Johann Wauer war geb. den 18. Auo. 1672 in Meschwitz, Pastor Substitutus in Hochkirch, Anno 1702 Mens. Julio Pastor A. 1708 Mens. Majo Heyrathet Die Wohl Edle, Sitt- u. Tugendbelobte Jgf. Johannam Sophiam Matinin Anno 1703 Mes. Nov. zeuget 10 Kinder 6 Söhne 4 Töchter, davon 3 Söhne u. 2 Töchter dem Hrn. Vater in der Seel. Vorangegangen. Er starb A 1728 d. 6. Maij 56 Jahr weniger 6 Monath alt der Ehe 26 Jahr aber im Amtstand. Leichen Text: Röm XIV. 7.8.9. Unser keiner lebt ihm selber usw."

Christiane Beata Segling

Im südlichen Eingang steht das Epitaph der Christiane Beata Segling. Hinter einer Brüstung steht eine Mädchengestalt. Über die Brüstung ist das Inschrifttuch geworfen. Das Mädchen hat lockiges Haar, zur Rechten ist ein Kruzifix, zur Linken eine Vase mit Rosen, von oben her reicht eine Hand aus den Wolken eine Krone. Die Inschrift lautet:

"Hier bey diesem Grabes Steyn wurde sanfft gesencket ein Die Weil. Gott liebende und von Gott wieder geliebte Jungfer Christiane Beata ... Tot. Hr. Johann Georg Seglings N: P: G: v. LandtSteuerEinnehmers zu Budißin, v. Tit. Fr. Helenen Seglingin gebohrener Harttwigin Liebgewesene Tochter welche den 16. Junij ... 1679 Mitternachts zwischen 12 v. 1 Uhr an dieses weltlicht gebohren v. am 16. Junij 1691 Mittags Halb Ein Uhr dieser Zeitlichkeit wieder entnommen worden. Nachdem Sie Ihr zwahr kurtzes doch Gottseelig geführtes Alter auf 12 Jahr ... gebracht hat. Leichen Text Ephes 3 v. 19"

Peter Rudolph von Pentzig

Im südlichen Eingang steht das Epitaph des Peter Rudolph von Pentzig. Um die stark verwitterte Sandsteinplatte ranken sich Blattgebilde und oben in der Mitte befindet sich ein Putten- bzw. Engelsköpfchen. An den Ecken befinden sich die Wappen derer von Pentzig, von Nickisch, von Baumbach und von Mergenthal (?). Die Inschrift lautet:

"Hier ruhen in Gott und erwarten durch das theure Verdienst Jesu Christi ihres Heylandes die Auferstehung des ewigen Lebens zwey vormahls in ehelicher Liebe und Treu verbunden gewesene: Nehmlich Der weyland wohlgebohrene Herr Herr Peter Rudolph von Pentzig ehemals auff Pielitz und Kon (?) nitz gewesener Churfürstlicher Brandenburgischer Hauptmann zu Fuß und nachmalig (?) Hofrichter zu Budißin ward gebohren Anno 1641 den 1. Aug (?) ... in Budißin den 1. December, starb ebenfalls in Budißin Anno 1726 den 2 Decembr. seines Alters im ... Jahr. Seine EheGemahlin war die ... Frau Maria Juliana von Pentzig gebohrene ... von Roßeneg (?) aus dem H... starb Anno 1706."

Joachim Ernst von Gersdorff

Im südlichen Eingang steht das Epitaph des Joachim Ernst von Gersdorff. Die Inschrift lautet:

"Dieser Stein ist das Grabmahl, welches eine treue Artemisia ihren geliebtesten Gebahle aufrichtet! Nemlich: dem Weil. Hoch-Wohlgebohrenen Herrn, Herrn Joachim Ernst von Gerßdorff, auf Kuppritz, Hochkirchen und Niethen, Sr. Königl. Majest: in Pohlen, u. Chur-Fürstl: Durchl: zu Sachsen, Hoch meritiret gewesenen Lietnant der Anno 1668 den 9 Julij in Budissin gebohren, vermählet das erstemahl mit Tot: Tit: Fräul: Sophien Magdalenen von Hartizsch, aus dem Hause Rauhenstein in Meißen, auf deroselben, nach 5. Jähriger Ehe erfolgten sel. Hintrit, zum zweitenmahle mit der damahligen Titel. Plen: Fräulein Anna Rahel Charlotta von Klix aus dem Hause Kolm, welche letzere 29 Jahr vergnügt geführte Ehe mit einer Fräulein gesegnet gewesen, so aber bald in Tode vorausgegangen, Worauf derselbe nach Zwey-Tägiger Kranckheit in der Seligkeit gefolget den 17. Junij Ano 1731 Seines Alters 63 Jahr 1 Wochen 1 Tag Mit dem wohlverdienten Nach-ruhme, daß Er gegen Gott ehrbietig, seinen König getreu, seine Gemahlinen liebreich, seine Familie wohltätig, seine freunde aufrichtig, seine Feinde versöhnlich, seine Unterthanen gerecht, alle dienstfertig gewesen."

 Anna Küffner

Bei Bauarbeiten am Pfarrhaus 2013 wurde das Epitaph der Anna Küffner entdeckt und anschließend im Torhaus zum unteren Friedhof aufgestellt. Die Inschrift lautet:

JESUS Bewahrt hier das … so … nidergeleget Die wohl Ehr Tugent begabte Fr. ANNA H. Daniel Bierling Fr. Gertraud 1621 19. Febr zu … gebohrene Ehel… Tochter H. Martin Buders 14 H. Christian Küffners 33 Jahre beyder Pfarrherrn zu Hochkirche

  1. An der westlichen Kirchhofsmauer befindet sich das fast gänzlich verwitterte Epitaph für Samuel Gotthold Crüger. Anfang des 20. Jahrhundert entzifferte Cornelius Gurlitt:

    D.O.M.S. Herr deine Tosten werden wieder mit dem Leichnam auferstehn. Jes. Cap. 26
    Siese irdische Behausung wird auch zu seiner Zeit … Tit. plen. Herr M. Samuel Gotthold Crügers … geb. D. 7. Aprilis 1701 in Milkel … 1726 Diaconus in Kittlitz, 1729 Pastor in Hochkirch … starb d. 7. Jan. Ao.1739 die Jahre seiner kurtzen Lebenszeit aber nur auf 37 u. ¾ Jahr weniger 1 Tag gebracht hat. Seine geheiligten Gebeine ruhen in Seegen.
  2. An der westlichen Kirchhofsmauer befindet sich das fast stark verwitterte Epitaph für Christian Küffner. Anfang des 20. Jahrhundert entzifferte Cornelius Gurlitt:

    O Gott von dir erwarttet hier Nach der Welt Leiden des Himmels Freuden Tit. Herr Christian Küffner, gebohren in Camentz de. 13. Nov. 1633, war Priester 50 Jahr, zu Klein-Bautzen vo 1658 biß 1659, zu Hohkirche vo 1659 biß 1708, lebte im Ehestande 34 Jahr mit Tit. Frau Anna gebohrener Bierlingin, zeugete zwei Töchter Annam Dorotheam im Herrn seelige, Annam Sophiam verwittibte Martinin in Budißin, starb sanft und seelig am Pfingst Sonnabende 26. Maij Anno 1708, ward alt 74 jahr 8 wochen
  3. Anfang des 20. Jahrhunderts berichtet Cornelius Gurlitt von einem Epitaph für Georg Janke in der Kirche. Er beschreibt die Inschrift wie folgt:

    Dem verdienten Andenken weil. Tit. Herrn George Jankes, gewesenen Pastoris hiesiger Gemeinde. Er war geb: d. 12. Jan. 1724 in Caschwitz. Studierte in Budißin u. Leipzig. Der Herr rief ihn zum Pastorat in Kotitz u. 1759 hierher nach Hochkirch. An seiner mit weil. Fr. Eleonoren geb. Bönsdorf 40 J. u. 6 M. Geführten Ehe leben noch 5 Söhne u. 1 Tochter … Am 2. Mai 1795 vollendete er seinen Lauf, alt 71 Jahr, 3 Mon. u. 18 T.

    [Hier können Sie den Artikel zu Hochkirch in C. Gurlitt: “Beschreibende Darstellung der Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen” - Heft 34: Amtshauptmanschaft Löbau S.: 218-228 online lesen.]