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Kohlwesa - Kołwaz

Kohlwesa scheint in spätslawischer Zeit als Rundling angelegt worden zu sein; denn sein Name, der mit Kohl wirklich nichts zu tun hat, hängt gewiß mit koło = Kreis, Rad zusammen und die Siedluing war anfänglich eine kulojta wjes, ein rundes Dorf. Es hieß 1409 Colowas und 1721 Kuhlwese. Auch heute liegt der Ort in einer runden, nach norden geneigten flachen Schüssel, abgewandt von der Bahnstrecke, die den südlichen Ortrand berührt. 1777 zählte man 12 Bauern, 3 Gärtner (Wirtschaftbesitzer), 13 Häusler und 1 Wüstung. Ein Rittergut hat sich nicht gebildet. Und wenn auch eine gewisse Abhängigkeit zu Rittergütern der Nachbarschaft bestand, so bildete sich in Kohlwesa ein eigenständigerer Bauernstand, als in anderen Dörfern, heraus. Das der Lößlehmboden hier tiefgründig ist und gute klimatische Bedingungen vorliegen, konnte die Landwirtschaft stets mit guten Erträgen rechnen. Seit 1959/60 wurde auf ca. 12 ha Fläche für einige Zeit auch Hopfen angebaut. 
Reste alter dörflicher Bauweise sind in Kohlwesa noch mehrfach vorhanden. Eine sehr alte Form des Umgebindes mit freistehenden Tragpfosten mit einer hölzernen Galerie links über der Haustür ist hier zu entdecken. Zwei Mühlen gehörten zu Kohlwesa, die Ober- und die Niedermühle, beide im Wiesengrund am Kotitzer Wasser gelegen. Geht man nach Zschorna, so trifft man bald am Wegesrand, eingefügt in eine Stützmauer aus Feldsteinen, ein granitenes Steinkreuz, den stummen Zeugen einer Untat, die längst vergessen wurde.
nach: Hochkirch vor dem Czorneboh. Das schöne Bautzener Land Heft 12, Bautzen 1965
Kohlwesa - Kołwaz schmiegt sich in eine flache Mulde, die nach Norden offen ist, wo das Kotitzer Wasser in einem weitem Bogen durch die schmale Aue zieht, nach Süden schirmen es bewaldete, bis 275 m ansteigende Granodiorithügel ab.
Der sorbische Ortsname hängt offenbar mit kołwo=Rad zusammen. Vergleichbare südslawische Ortsbezeichnungen weisen auf einen Wagen- oder Fahrweg, woraus man auf eine Siedlung an einer alten Verbindung schließen kann.
Kmoch
Johann Kmoch (Jan Kmoch) wurde am 04. September 1812 als ältestes Kind von Andreas Kmoch (Zschorna) und Magdalena Manitz (Kohlwesa) in Kohlwesa geboren. In Zschorna wuchs er dann heran. Er war zwischen 1840 und 1870 der bedeutsamste Hochzeitsbitter um Bautzen und begleitete ca. 2000 Hochzeiten, darunter auch einige katholische. Viele seiner frühen Hochzeitsansprachen hatte er aufgeschrieben und später dem Volkskundler Ernst Mucke (Arnošt Muka) anvertraut. Seine Bekanntheit war so groß, dass er 1874 zu einer Hochzeit sorbischer Emigranten nach Australien eingeladen wurde. Am 04. Dezember 1881 starb Jan Kmoch, der als Bauer sein Auskommen hatte, in Quatitz.