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Waditz - Wadecy

Waditz ist bestimmt viel älter als das benachbarte Steindörfel, zu dem es von 1936-1975 als Ortsteil gehörte. Heute gehört Waditz zur Kommune Kubschütz. Das jetzige Dorf geht auf einen sorbischen Rundweiler zurück, der an einem Wasser gegründet wurde. Auf Waditzer Flur wurden Bodenfunde geborgen - darunter ein interessantes steinernes Walzenbeil - welche die Anwesenheit von Menschen auch in der Jungsteinzeit und Bronzezeit nachweisen. Offenbar hat sich viel später ein deutscher Ritter anzusetzen versucht; denn bei der ersten Erwähnung 1250 scheint "Wadewicz" ein Herrensitz gewesen zu sein. Später hört man jedoch nur noch von einem Lehngut, und Waditz ist seit 1505 jahrhundertelang Ratsdorf von Budissin; damals übergab der böhmische König eine entsprechende Lehnsurkunde der Stadt. 1540 wird Waditz zur gerade evangelisch gewordenen Kirchgemeinde Hochkirch eingepfarrt. Zu dieser Zeit gab es wohl 6 steuerpflichtige Bauern im Ort. Nachdem kurzzeitig ein Bautzner Bürger (Nikol Frankenstein) Eigentümer des Dorfes wurde, kam es durch Verkauf 1567 erneut in den Besitz der Stadt Bautzen. 1777 lebten 4 Bauern, 5 Gärtner (Wirtschaftsbesitzer) und 4 Häusler im Ort. 
Der Boden ist recht ertragreich, besteht er doch zu 85 Prozent aus Lößlehm. Verwitterungsboden liegt nur im Süden der Ortsflur, wo sich an der Bundesstraße 6 zwei kleine Hügel erheben. Das wesentlichere ist dem Geologen besonders interessant, da sie aus Basalt bestehen. Hier hat also vor mindestens 50 Millionen Jahren einmal ein Schwall glühender Lava den Granitpanzer der Landschaft durchstoßen. Der schwarzgraue Basalt ist zum großen Teil in einem Steinbruch abgebaut worden, durch den man im 19. Jahrhundert wohl zum Straßenbau Schotter entnahm.
Der Ort ist auch Sitz der Orgelbaufirma Groß.
Die älteste Jugendfahne unserer Kirchgemeinde ist die der Dörfer Steindörfel und Waditz. Sie wurde zum Michaelistag (29.09.) 1879 zum Gustav-Adolf-Fest eingeweiht und diente der zahlreichen Dorfjugend zu vielen Festen aber auch bei Trauerzügen als Identifikationssymbol. Heute ist die aus Seide gefertigte Fahne stark angegriffen. Im Mai 2006 wurde darum in der Sorbischen Monatsschrift "Pomhaj Bóh" für eine Neuanfertigung der Fahne geworben.