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Döhlen - Delany

Döhlen gehörte bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zur Kirchgemeinde Großpostwitz, nach einem Mord 1728 hielt sich die Dorfbevölkerung vornehmlich nach Hochkirch. Ein Gedenkstein in Döhlen (in einer Mauer eingefügt) erinnert noch heute an das Ereignis vor fast 280 Jahren. 
Im Kirchenbuch von Großpostwitz ist über das Jahr 1728 zu lesen:
Kilian

"Anno 1728 sind gestorben 77. Personen, meistens kleine Kinder. Dieses Jahr hat zu Postwitz und Rodewitz, auch in andern Dörffern das Kalte Fieber sehr starck die Leute angefallen, davon aber die wenigsten gestorben. Zu Dölen hat Peter Probst 18. Jahr alt von Piltz (Pielitz), auf den Dölner Feldern Schafe gehüthet, Peter Kilian aus Dölen gehet unter der Früh Predigt Dom. Misericordias zu ihm, will ihn weg treiben, werden uneinig, das Kilian Probst anfengt zu schlagen, Probst thut einen einzigen Schlag mit s. Schäfer Stocke nach Kilianen, trifft ihn in Schlaf (an die Schläfe), daß er darnieder fället, bald aber wieder aufstehet, und nach Hause gehet, wird nach der Vesper Predigt (Abend-Predigt) schwach und blutig von sr. Frauen und Tochter in der Stube liegend auf der Ofen banck gefunden, und kan nicht viel mehr reden. Sie schicken nach Bautzen zu einem Balbier, der ihn abherrirt und pfleget, so gut als sich hat thun laßen, der Schlag ist von denen Hh. Medicus und Chirurgis aus Budißin besehen, und für tödlich erkant worden, er ist auch folgenden Montag umb 11 Uhr früh, oder vormittags verschieden, und nach gehend nach Hochkirch begraben worden, weil der H. von Zigler von Piltz, dem Vorgeben nach, denen Dölenern nicht über seinen Boden zu uns in die Kirche habe wollen gehen laßen."

In der alten Kirchengalerie berichtete 1838 der damalige Unterlehrer Andreas Wujanz: "Zufällig war kurz vor seinem (Kilians) Ende der Pastor aus Hochkirch (Pfr. Wauer) gekommen, hatte mit dem Sterbenden gebetet und ihn eingesegnet. ... Probst wurde hierauf mit dem Schwerdt in einer dunklen Kammer seines Vaterhauses hingerichtet." 


In Döhlen wurde am 22. März 1811 der spätere Pfarrer Johann Kilian geboren, der zunächst in Hochkirch einige Jahre als Hilfsgeistlicher, dann als Pfarrer in Kotitz und Weigersdorf wirkte. Schließlich wurde er zu geistlichen Führer der sorbischen Auswanderung nach Texas im Jahre 1854.

Kilian, Jan