Kubschütz - Kubšicy

Kubschütz besteht aus zwei in ihrer Gliederung sehr verschiedenartigen, 500m voneinander liegenden Siedlungsgruppen, die erst 1950 durch Neubauten entlang der Verbindungsstraße zusammenzuwachsen begannen. 
Alt-Kuschütz, örtlich als Niederdorf bezeichnet, ist ein Runddorf mit ehemals gelängeähnlicher Streifenflur. Es liegt inmitten fruchtbaren Gefildes (Ackerzahlen bei 48) auf der Nordabdachung eines Granodioritplateaus und ist ein bäuerlicher Ort. Sein sorbischer Name, 1088 als Cupcici erstmals bezeugt, bedeutet Leute eines Kupk oder Kupc, zu einem Personennamen oder zur Bezeichnung eines Händlers oder Kaufmanns gehörend. Die Deutung zu einem Personennamen Kubš, einer obersorbischen Kurzform zu Jakub (Jakob), ist bei der Nennung schon im 11. Jahrhundert unwahrscheinlich. 1249 hieß es Cupsyts, 1361 Gopsczic, 1456 Kopschicz. Die für das Gebiet sehr frühe Erstnennung entstammt einer Urkunde des Königs Wratislaw von Bröhmen, der den Ort dem neugegründeten Kloster Vyšehrad bei Prag schenkte. 1249 kam das Dorf durch Kauf an Bischof Konrad von Meißen. Nach der Einziehung des Bistums durch den sächsischen Kurfürsten 1559 hatten die 9 Bauern und 2 Gärtner ihre Naturalabgaben an das Amt Stolpen abzuführen. Rechtlich unterstanden sie dem "wendischen Dingstuhl" in Göda, dem Obergericht jedoch in Bautzen, wohin auch die Steuern zu entrichten waren. So bildete Kubschütz damals eine meißnische bzw. kursächsische Enklave im böhmischen oberlausitzischen Gebiet. Die Bauerngüter standen ursprünglich eng um den Dorfplatz bis nach dem großen Brand von 1870 die Bebauung aufgelockert wurde. Am Kriegsende erlitt der Ort schwere Schäden.
An der Stelle von Neu-Kubschütz, dem südlich des alten Dorfes entstandenen Oberdorf, befand sich früher an der alten Kleinen Görlitzer Straße eine Schenke, sorbisch šilfarnje genannt. Nachdem die neue von Bautzen nach Löbau führende Chaussee, die heutige B6, gebaut worden war, entstand daran die Schlieferschenke neu, und zwar nach dem Türsturz im Jahr 1831. Der zweigeschossige Massivbau mit Krüppelwalmdach und Ziegeldeckung entspricht dem Typ des alten ländlichen Straßengasthofes.
In der Nähe des Gasthofes wurde schon zur Zeit der Befreiungskriege Granodiorit in Brüchen gewonnen. Nicht nur eine Schmiede arbeitete hier, sondern auch eine Bockwindmühle, die mit 2 Gängen mahlte. Sie wies um 1840 im Jahresdurchschnitt 1000 Scheffel Leistung auf, hörte aber nach 1900 auf zu arbeiten und wurde bald darauf vom Sturm niedergerissen. Daneben bestand einige Zeit eine Windmühle, die das Wasser aus den Steinbrüchen pumpte. Die Steinbrüche, in denen früher etwa 30 Arbeiter beschäftigt waren, liegen seit dem zweiten Weltkrieg still. In ihrem Gelände ist ein Sportplatz angelegt und eine Werkstatt eingerichtet worden.
Einen Anstoß zu weiterem Wachstum erhielt Neu-Kubschütz, als es nach der Anlage der Eisenbahnbrücke Bautzen - Löbau 1846 eine Haltestelle bekam. Vorerst blieb es zwar bei wenigen verstreuten Häuschen, für die die Bauern von Alt-Kubschütz den Spottnamen Ziegenfauze prägten. Die Jahrzehnte nach 1945 brachten jedoch einen bedeutenden Aufschwung, und in den 1970er Jahren wurde Neu-Kubschütz zu einem ländlichen Zentrum und überflügelte bald Alt-Kubschütz an Einwohnerzahlen.
Von den Flurnamen ist die Sapala hora heute noch bekannt, ein kleiner Hügel (242 m) an der östlichen Flurgrenze. Man kann den Namen mit dem sorbischen Verb zapalic = anbrennen in Verbindung bringen und damit hier entweder eine Brandrodung oder eine Signalstation der bäuerlichen Kolonisationszeit mutmaßen.
Eine Schule bestand in Kubschütz nur bis 1839, dann wurde sie in das benachbarte Baschütz verlegt. 1956 wurde der Friedhof angelegt.
In Kubschütz wurde am 04. März 1892 Georg Wehle / Jurij Wjela geboren, der in Wort, Schrift und Lied leidenschaftlich für das Sorbentum kämpfte deshalb von seinem sorbischen Lehramt in Hochkirch nach Neusalza-Spremberg zwangsversetzt wurde. Er verfaßte einige Theaterstücke, die die sorbischen Vereine aufführten. Nach 1945 war er dann am Aufbau des sorbischen Schulwesens beteiligt und auch schriftstellerisch tätig. Er starb am 06. April 1969 in Bautzen.
Von Kubschütz gehören einige Häuser zur Hochkircher Parochie - nämlich die, welche sich auf Scheckwitzer Flur befinden. Der Hauptteil des Ortes gehört zur Kirchgemeinde Purschwitz.