serbski narowniki w Bukecach / 
sorbische Grabsteine in Hochkirch



Sobe

Johann August Sobe /
Magdalena Theresa Sobe geb. Lehmann

Johann August Sobe / Jan Awgust Zoba war Gutsbauer in Zschorna und Abgeordneter des 5. Wahlkreises in der II. Kammer des Sächsischen Landtages zwischen 1901 und 1911.

Sobe

Johann Georg Sobe /
Marie Helene geb. Kottwitz

Georg Sobe war ein Sohn des sächsischen Landtagsabgeordneten Johann August Sobe / Jan Awgust Zoba. Georg Sobe führte das väterliche Gut in Zschorna nach dessen Tod weiter. Die zweisprachige Inschrift auf dem Grabstein ist als Zeichen der fortgeschrittenen Assimilation innerhalb der Familie Sobe zu werten.

Sobe

Martin Friedrich Sobe /
Liesbeth Gertrud geb. Stephan

Martin Sobe / Měrćin Zoba entstammte einer gläubigen sorbischen Großbauernfamilie in Zschorna. Sein Vater war der Landtagsabgeordnete Johann August Sobe. Der Vater verstarb bereits im Alter von 41 Jahren und hinterließ sieben Kinder.
Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Bautzen war Martin Sobe zunächst Hilfslehrer in Wartha, danach in Gröditz. 1928 wurde er Lehrer in Hochkirch. Rege beteiligte er sich am sorbischen Vereinsleben. 1945 wurde er aus dem Schuldienst entlassen und unterrichtete am sorbischen Gymnasium in Česka Lipa und Varnsdorf. Mit der Gründung der Sorbischen Superintendentur in Hochkirch wurde er unter Superintendent Mürbe dessen Sekretär. 1951 kehrte er in den Schuldienst zurück. Bis an sein Lebensende widmete sich Martin Sobe sorbischen und kirchlichen Aktiviäten.

Schulze

Hermann Georg Schulze /
Clara Selma geb. Sarodnik

Das Grabmahl von Schneidermeister Hermann Schulze aus Meschwitz und seiner Ehefrau Selma.
Der Vers unten stammt aus dem Oratorium "Nazyma" K.A. Kocor / H. Zejler: "Gedenke, wo ist deine Klause, du rastloser Wandergesell? Dort oben, da bist du zu Hause, dort fließt der Zufriedenheit Quell." (Nachdichtung : Albert Wawrik)
Die sorbische Inschrift, die Verwendung eines Verses von Handrij Zejler / Andreas Seiler sowie der Lindenzweig zeugen deutlich vom bewussten Bekenntnis zur sorbischen Nationalität. Diese Tradition wird heute in einem Teil der Familie weitergeführt. Die sorbische Dichterin Měrana Cušcyna ist eine Enkelin der hier Bestatteten.

Greulich

Paul Hermann Greulich /
Helene Charlotte geb. Herrmann

Paul Greulich stammte aus Nechern und arbeitete zunächst auf dem Rittergut Wurschen. Von seinem Freund Měrčin Nowak wurde er in Bautzener sorbische Kreise eingeführt und lernte in der sorbischen Druckerei den Beruf eines Schriftsetzers. Er beteiligte sich auch stark am sorbischen Vereinsleben, insbesondere der nationalen Turnvereinigung Sokoł (Falke). Als er 1933 von den Nationalsozialisten aus der sorbischen Druckerei entlassen wurde, siedelte er nach Hochkirch und eröffnete ein Papiergeschäft mit kleiner Druckerei. er gehörte zu dem Kreis Hochkircher Sorben, die sich nach dem Verbot sorbischer Aktivitäten von 1937 gelegentlich in der Sornßiger Mühle trafen. Er war auch an der Rettungsaktion sorbischer Bücher und Akten beteiligt. Nach dem Krieg war er dann Meister und Produktionsleiter der sorbischen Druckerei in Bautzen.

Bräuer

Andreas Bräuer /
Handrij Piwarz

Andreas Bräuer aus Zschorna ist aller Wahrscheinlichkeit nach als ein Vertreter der starken konservativen lutherischen Bewegung unter den Sorben des 19. Jh. anzusehen, die in Zusammenhang mit der Auswanderungsbewegung nach Australien und Texas steht. Er wird im Buch von T. Malikowa Ufer der Hoffnung als Mitglied eines frommen Konventikels und Freund des Auswanderungspfarrers Johann Kilian erwähnt: "Weil Kilian in seiner Gemeinde gegen die Verfechter der Andachtsstunden aufgetreten war, fühlten sich auch die Mitglieder der frommen Konventikel in der Lausitz brüskiert. Mit Betroffenheit nahm er zur Kenntnis, dass sich selbst sein alter Freund Andreas Bräuer Bauer aus Zschorna von ihm abgewandt hatte." Neben den persönlichen Daten sind auf dem Grabmal die Verse 1 und 13 des Chorals "Christi Blut und Gerechtigkeit" von N. v. Zinzendorff und die 5. Strophe des Chorals "Wenn mein Stündlein vorhanden ist" in sorbischer Sprache beigefügt.

Mättig

Karl Ernst Mättig

"Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich in Himmel werd eingehn." - Der erste Vers des Chorals von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf schmückt das Grab von Karl Ernst Mättig aus Wawitz.

Bemerkenswert ist die Kombination von sozialer Stellung des Bestatteten und dem exponiert angebrachten sorbischen Choralvers. Damit ist Karl Mättig als Vertreter einer Schicht anzusehen, die durch die Dreierkombination Bauerntum - Religion - Nationalität charakteristisch ist und bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts als tragende Säule des Sorbentums galt.

Die Verwendung des Choralverses von Zinzendorf ist ein Zeugnis für den großen Einfluss der Herrnhuter Brüdergemeine auf die evangelischen Sorben noch im 20. Jahrhundert. Vers 1 und 13 dieses Chorals sind auf einem weiteren grab in Hochkirch zu finden, auf dem Sandsteingrabmal von Andreas und Anna Bräuer von 1870, welches sich auf dem Kirchhof befindet.

Lubensky

Ernst und Paul Lubensky /
Arnošt a Pawoł Lubjensky

Von Bedeutung für die sorbische Kulturgeschichte sind die Brüder Ernst und Paul Lubensky. Beide lernten in der väterlichen Werkstatt das Tischlerhandwerk und führten die Tischlerei nach dem Tod des Vaters fort. Beide waren in 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts engagierte Mitglieder der Domowina und in der Turnvereinigung Sokoł. Paul war auch Initiator der Gründung des Gesangsvereins Radosč und wurde dessen Vorsitzender bis zum Verbot 1937. Unter seiner Leitung wurde der Verein besonders wegen seiner sorbischen Theatervorstellungen bekannt. Nach dem Krieg leitete Paul ehrenamtlich den Domowina-Kreisverband Löbau.

Sauer

Johannes Sauer /
Jan Žur

Von gewisser Bedeutung für die sorbische Kulturgeschichte ist Johannes Sauer / Jan Žur, ehemals Lehrer und Schuldirektor in Hochkirch. Er stammte aus Nebelschütz und gehörte nach 1945 zu den ersten sorbischen Neulehrern. So kam er 1946 nach Hochkirch. 1950 wurde er zum Leiter der sorbischen Abteilung beim Deutschen Pädagogischen Zentralinstitut berufen. Als arbeitete auch als Übersetzer. So übertrug er das seinerzeit bekannte Werk von Nikolai Ostrowski "Wie der Stahl gehärtet wurde" in das Sorbische. 1963 kehrte er als Schuldirektor nach Hochkirch zurück.

Paler

Lenka Paler

Lenka Paler aus Kuppritz war viele Jahre als Heimbürgin ("Leichenfrau") in Hochkirch tätig.

Lubensky

Magdalena Lubensky

Magdalena Lubensky wurde 1862 als Tochter der Anna Krone, verw. Wagner und des Andreas Junsk geboren, sie heiratete am 19.11.1893 den Hochkircher Tischlermeister Johann Bernhard Lubensky. Ihre Kinder Paul Gerhard, Ernst Bernhard und Martha Auguste wurden 1895, 1896 und 1897 geboren.

Kielmorgen

Ernst Max Kielmorgen /
Anna Helene geb. Schulze

Ernst Max Kielmorgen war engagiertes Mitglied verschiedener lokaler sorbischer Vereine. So gehörte er auch zum Führungskreis des 1921 gegründeten Hochkircher Gesangsvereins Radosč (Freude) an. Hier war er auch als Regisseur sorbischer Theaterinszinierungen tätig. "Maks Kielmorgen aus Sornßig studierte die Theaterspiele sorgfältig ein, Měrčin Nowak ... entwarf die Kulissen und Kleidungsstücke, Arnošt Lubjenski schuf die Requsiten und die weiblichen Mitglieder der Radosč nähten fleißig." (Das schöne Bautzener Land, Heft 12) Nach dem Verbot sorbischer Aktivitäten 1937 stellte Kielmorgen seine Wohnung in der Mühle in Sornßig für gelegentliche Treffen von Hochkircher Sorben zur Verfügung. Gemeinsam mit Paul Greulich und Ernst Lubensky lagerte er in einer Rettungsaktion sorbische Buchbestände und Akten aus Bautzen in das Schloss Lehn aus.

Der sorbisch-deutsche Lyriker Christoph Lorenz / Kito Lorenc wurde 1938 in Schleife geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er in Leipzig Slawistik und arbeitete dann als Dramaturg bevor er als freischaffender Schriftsteller wirkte. In Wuischke am Czorneboh fand er eine neue Heimat. 2017 starb er in Bautzen.