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Sornßig - Žornosyki

Sornßig ist ein sorbisches Walddorf in friedlicher Abgeschiedenheit. Im Süden schaut der grüne Wald des Sornßiger Berges - in manchen Karten auch Kuppritzer Berg genannt - ins Dorf hinein, und auch im Westen schließt Wald das Dorf ab. Die langsam sich senkende Fläche nach Norden trägt Wiesen, Felder und Gehölze. Bundesstraße und Bahnstrecke ziehen in weitem Abstand vorbei. Wenn Wernerus de Zuric, der 1225 als Zeuge in einer lateinischen Urkunde erwähnt wird, wirklich in Sornßig gesessen hat, so muß er ein großer Liebhaber von Wald und Wild gewesen sein. Sein "Gütlein" hat er oder seine Nachfahren nie zu einem ordentlichen Rittergut entwickelt. Dazu ist der Acker hier zu wenig ertragreich, steiniger Verwitterungsboden überwiegt hier gegenüber dem Lößlehm (Ackerzahl 42). 
Der Ortsname läßt sich von obersorbisch sykac = hauen und altsorbisch žorna = Mühlstein, Handmühle ableiten und bedeutet soviel wie Siedlung der Mühlsteinhauer. Dann wäre das Dorf mit einer Ansiedlung einer Gruppe Sorben, die einen bestimmten Auftrag hatten, in Verbindung zu bringen.
1590 teilten die in der Umgebung begüterten 3 Brüder der Familie von Gersdorf den Waldbesitz unter sich auf. Jeder durfte sich einen eigenen Förster halten. So gab es in Sornßig bis 1945 eine Kuppritzer, eine Pommritzer und eine Sornßiger Försterei; auch von einer Bellwitzschen Nahrung, benannt nach einem Besitzer im 16. Jahrhundert, und einem Kreckwitzschen Busch ist in in Urkunden die Rede. 1777 bildeten 18 Gärtner (Wirtschaftsbesitzer) und 15 Häusler mit ihren Familien die Bewohnerschaft des Ortes. Noch Anfang des 19. Jahrhunderts war das Dorf unter fünf Grundherrschaften aufgeteilt. Da gab es Anteile des Sornßiger, des Rodewitzer, des Kuppritzer, des Pommritzer Gutes und der Landeshauptmannschaft in Budissin. So ist es nicht zu verwundern, daß vom Jahre 1794 es zu einer auflehnung gegen den Gutsherren kam - der damit verbundene Prozeß zog sich bis 1806 hin.
Das Herrenhaus Sornßig wurde 1898 mit teilweisen Neurenaisanceelementen völlig umgebaut. Während der DDR-Zeit war es als Kinderkurheim "Pestalozzi" direkt dem Rat des Bezirkes Dresden unterstellt. Die 1708 erbaute ehemalige herrschaftliche Mühle im Wiesengrund unterhalb des Ortes arbeitete schon um 1900 nur noch als Schrotmühle und Knochenstampfe und har ihren Betrieb längst eingestellt. Die Buchstaben HFVS mit der Jahreszahl 1708 über der Haustür verraten den Begründer: Hans Friedrich von Schwanitz. Heute entsteht im Schloss eine Begegnungsstätte und die schon Tradition gewordenen Konzerte im schlosspark sind weit über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus bekannt und beliebt.
Die Flurnamen betonen den sorbischen Charakter des Ortes. In den Wald hinauf führt ein kleiner Weg mit der Bezeichnung pasowka, die man wohl mit pasc = Vieh hüten erklären kann. Am Ostrand gibt es ein Flurstück namens hrabina, das sich von hrab = Hainbuche herleitet. Steinrücken und Wiesen am Waldrand mit großen Granitblöcken zeugen von mühseliger Rodearbeit.