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Pfr. Karl August Kubitz
 
farar Karola Awgust Kubica






Karl August Kubitz / Karola Awgust Kubica
wurde am 23.05.1842 geboren. Er entstammte einer Bauernfamilie in Spohla bei Hoyerswerda. Das Gymnasium absolvierte er in Görlitz und Cottbus, das Theologiestudium in Breslau und Erlangen. Seit 1870 wirkte er als Vikar in Glatz, seit 1871 als Pfarrer in Lauta, seit 1876 als Pfarrer in Wilthen und schließlich von 1881 bis zu seiner Emeritierung 1910 als Pfarrer in Hochkirch. Im Ruhestand lebte er in Bautzen, Jägerstraße 23, II.
Seit seiner Übersiedlung in die sächsische Oberlausitz 1876 beteiligte sich Kubitz rege an sorbischen Aktivitäten. 1876 wurde er Mitglied der obersorbischen Volksbildungs- und Wissenschaftsgesellschaft Maćica Serbska; 1880, in deren Gründungsjahr, trat er der niederlausitzer Maśica Serbska bei. Viele Jahre war er Mitglied und von 1897 bis 1912 Vorsitzender des Ausschusses der Maćica Serbska. Seit 1894 wirkte er in der Hochkircher Umgebung als Vertrauensmann für den Bau des Wendischen Hauses in Bautzen.
Pfarrer Kubitz bereicherte und förderte in herausragender Weise das sorbische Kultur- und Vereinsleben in Hochkirch. An den Versammlungen des hiesigen sorbischen Vereins nahm er in der Regel teil, oft auch als Redner und Vortragender. 1883 bewegte er den Verein zum Beitritt in den Unterstützungsverein für studierende Sorben. Für seine Verdienste ernannte ihn der Hochkircher sorbischer Verein zu seinem Ehrenmitglied. Auf allen während seiner Amtszeit in Hochkirch stattfindenden Jahrestreffen der sorbischen studierenden Jugend – 1883, 1894, 1907 – trat er als begeisternder Redner auf, ebenso auf dem Treffen sorbischer Vereine 1909 in Hochkirch.
Von seinem Beliebtheitsgrad in der Gemeinde zeugen mehrere ihm gewidmete sorbische Gedichte, Dankesannocen und großzügige Feierlichkeiten anlässlich seiner Jubiläen.
Durch seine Förderung wurde 1903 vor der Kirche das Denkmal für Major von Langen und das Kriegerdenkmal errichtet. Dafür verlieh ihm der Kaiser den Königlich Preußischen Kronenorden III. Klasse. 1905 folgte die Aufstellung des Denkmals für die 1758 Gefallenen Preußen. Dafür erhielt die Kirchgemeinde ein von Adolf Menzel gestochenen und von Kaiser Wilhelm II. signierten Stich der Schlacht bei Hochkirch.
1900 wurde Pfarrer Kubitz der Albrechtsorden I. Klasse und 1910 die dazugehörige Krone verliehen. Er starb am 13. April 1914 in Bautzen und wurde in Hochkirch beigesetzt.
Kubitz
Der Grabstein war wahrscheinlich ursprünglich mit Bleilettern gestaltet. Heute ist die Inschrift eingehauen und dunkel ausgemalt:
KARL AUGUST KUBITZ
Pfarrer i.R.
geb. d 23. Mai 1843 in Spohla
gest. d. 13. April 1914 in Bautzen
BERTHA JOHANNA KUBITZ
geb. Bleyl
geb. d. 20. Mai 1852 in Kamenz
gest. d. 6. Juli 1929 in Leipzig
1. Kor. 1,30
Bei der nicht entzifferbaren Inschrift auf dem unteren Teil des Grabsteines handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den oben angegebenen Spruch 1. Kor. 1,30. Die verbliebenen Spuren der Inschrift legen die Vermutung nahe, dass der Spruch in sorbischer Sprache zitiert war. Also hatte die Inschrift vermutlich gelautet:
Wot kotrehož tež wy sće
w Khrysusu Jezusu, kotryž
nam je sčinjeny wot Boha
k mudrosći a k prawdosći
a k swjećenju a k wumoženju.
(= Von welchem auch ihr herkommt / in Christus Jesus, welcher / uns gemacht ist von Gott / zur Weisheit und zur Gerechtigkeit / und zur Heiligkeit und zur Erlösung.)