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Pfr. Johann Kilian 
farar Jan Kilian




1834 bis 1837 Hilfsgeistlicher in Hochkirch
Pfarrer in Kotitz, Weigersdorf und Serbin (TX)

Johann Kilian / Jan Kilian
war in Hochkirch zwischen 1834 und 1837 als Hilfprediger bei Pfarrer Michael Möhn / Michał Mjeń tätig.

Am 22. März 1811 wurde Johann Kilian / Jan Kilian als Sohn von Peter und von Maria Kilian (geb. Mättig) in Döhlen geboren. Er besuchte nach der Volksschule in Rachlau das Gymnasium in Bautzen und studierte danach an der Universität in Leipzig Theologie. Als er 1830 Pfarrer wurde, war dies in einer Zeit, in der es für konservative Lutheraner - wie er einer war - grundlegende Anfechtungen gab. Die preußische Kirchenunion von 1817, in der per königlicher Verordnung lutherische und reformierte Gemeinden zu einer Kirche vereinigt wurden, waren ihm eine unannehmbare Herausforderung. Aber auch die Entwicklung der lutherischen Lehrauffassung in der sächsischen Kirche sah er mit Sorge - Laxheit und Aufweichung der Lehre kritisierte er offen. Kilian wurde einer der Führer des "lutherischen Widerstandes".
Johann Kilian diente zuerst als pastor substitutus (Hilfsgeistlicher) bei Pfarrer Michael Möhn / Michał Mjen (1826-1868 Pfarrer in Hochkirch) in Hochkirch von 1834 bis 1837. Dann starb sein Onkel Michael Kilian (geb. 1775 in Döhlen), der Pfarrer in Kotitz war. Er trat dort seine Nachfolge an. In Kotitz konnte Pfarrer Kilian die Entwicklung im benachbarten Preußen mitverfolgen. Dort hatten sich Lutheraner der Vereinigung widersetzt und eine Freikirche gegründet, die aber durch den preußischen Staat zunehmend unterdrückt wurden. So wurde den "Altlutheranern" z.B. untersagt Glocken zu nutzen. In kleinen Versammlungen trafen sich die preußischen "Altlutheraner" besonders in den Dörfern Weigersdorf und Klitten. Pfarrer Kilian unterstützte die Bemühungen der Versammlungen. Bald wurde er von der altlutherischen Gemeinde zum Pfarrer nach Weigersdorf gerufen. 1848 trat er dort seinen Dienst an. Gleichzeitig übernahm er die die pastorale Betreuung der zerstreuten altlutherischen Gruppen in der preußischen/schlesischen Oberlausitz. So war er regelmäßig auch in den Gemeinden in Spremberg, Muskau und Cottbus.
1848 heiratete er Maria Gröschel aus Särka bei Kotitz. 4 Kinder hatten beide, jedoch nur eines überlebte die Kindheit.
Neben seinem Dienst an den zerstreuten Versammlungen in Sorbisch und Deutsch, entwickelte Kilian eine beträchtliche theologisch-literarische Tätigkeit: er veröffentlichte sorbische Übersetzungen von Luthers Großem Katechismus, von der Confessio Augustana (Augsburger Konfession) und anderen Arbeiten von Theologen wie z.B. Fresenius. Für das Sorbische Gesangbuch schrieb er ebenfalls einige Lieder und veröffentlichte eine kleine Ausgabe frommer Lieder: „Spjewarske Wesselje“ ( Lieder der Freude ).
1854 riefen ihn etwa 550 Sorbische Lutheraner aus seinen preußischen Gemeinden, aber auch aus Sachsen, um als geistlicher Führer sie nach Texas zu begleiten. So zog er schließlich mit diesem großen Zug mit und in Serbin in Texas sollte ihre neue Heimat sein. In Texas schloß sich Kilian sofort der Lutherischen Missouri Synode an, die Gemeinde in Serbin zögerte jedoch noch bis 1886 mit diesem Anschluss (vor allen Dingen wegen des amerikanischen Bürgerkrieges). Kilian diente in Serbin als Pfarrer noch 30 Jahre in sorbischer und deutscher Sprache bis kurz vor seinem Tod. Auch in der Schule der Kirchgemeinde unterrichtete Kilian 12 Jahre. Es überrascht nicht, dass seine literarische Arbeit in Texas fast vollständig aufhörte. Mit seiner Frau hatte er hier fünf weitere Kinder, von denen vier die Kindheit überlebten. Sein Sohn Gerhard wurde 1872 Lehrer an der Schule der Kirchgemeinde. Ein jüngerer Sohn, Hermann, folgte ihm als Pfarrer 1884. Bis zu seinem Tod am 12. September 1884 half Johann Kilian nun seinem Sohn bei den pastoralen Aufgaben.
Kilian, Jan / Kilian, Johann Kilian
* 22. 3. 1811 Delany / Döhlen † 12. 9. 1884 Serbin (Texas/USA)
Farar, basnik, kěrlušer, nawjedowar wupućowarjow do sewjerneje Ameriki.
Syn žiwnosćerja; 1826-31 gymnazij w Budyšinje, 1831-1834 studij teologije w Lipsku; 1834-37 kapłan w Bukecach, 1837-48 farar w Kotecach; z protesta přećiwo germanizaciskej politice cyrkwinskeje a krajneje wyšnosće złoži swoje farske městno a wustupi ze sakskeje krajneje cyrkwje, přesydlenje do Duboho, prědar starolutherskeju wosadow we Wukrančicach a Klětnom.
Jako małobyrgarski utopist widźeše K. wupuć z rosćaceje socialneje a narodneje njeswobody w přesydlenju Serbow do zamórskich krajow. Sam wjedźe 1854 wjetšu skupinu wupućowarjow (561 ludźi) do sewjerneje Ameriki a załoži w Texasu koloniju z mjenom Serbin. Tu wutwori drje serbsku 8rjadownisku šulu a serbsku cyrkwinsku wosadu, tola swój utopiski cil, twarić socialny a narodny »raj boži«, njedocpě. Jeho literarne tworjenje steji hłownje w tradiciji serbskeho nabožinskeho pismowstwa 18. lětstotka. Přez listowanje z J. A. Smolerjom a J. E. Wjelanom wobchowa Kilian kontakt z łužiskimi Serbami. W jeho dźěle pokročowaštaj jeho synaj Gerhard Kilian (* 6. 4. 1852 Wukrančicy, + 12. 9. 1916 Serbin, wot 1873 wučer w Serbinje) a Hermann Kilian (* 26. 12. 1859 Serbin, + 20. 1. 1920 Serbin, tam farar). Z jeju smjerću zasta wužiwanje serbskeje rěče w šuli a cyrkwi Serbina. Bě 1847-52 čłon Maćicy Serbskeje.